Der Verfassungsschutz und ich – Teil 2

Veröffentlicht: 5. August 2014 in Der Verfassungsschutz und ich
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Teil zwei eines fiktiven Briefwechsels zwischen mir und Jochen Sönkeberg vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Jochen hat auf meine Initiativbewerbung geantwortet, jetzt bin ich wieder dran.


Sehr geehrter Herr Jochen Sönkeberg,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Initiativbewerbung. Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Antwort erwartet – ich dachte, ironisch gemeinte Anfragen landen bei Ihnen sofort im Schredder. Aber Sie haben wohl ernsthaft gedacht, ich meine das ernst!

Was soll ich denn in der extremen Mitte? Das ist mir doch alles viel zu spießig da. Es macht mir also nichts aus, dass Sie meine Bewerbung zur V-Frau abgelehnt haben. Unverständlich finde ich bloß die Begründung, mit der Sie mich abgelehnt haben.

Ich bin zu extrem? Also bitte. Ich dachte, das gesamte Konzept der V-Leute beruht darauf, Extremisten durch andere Extremisten überwachen zu lassen. Gewalttätige Nazis schützen di Verfassung vor gewalttätigen Nazis? Kein Problem. Autonome Linke bespitzeln autonome Linke? Klar doch. Und mich wollen Sie bei dem Verfassungsschützerclub nicht mitmachen lassen, weil ich zu extrem bin?

Sie haben recht, ich bin Mitglied in einer der, wie Sie es so elegant ausdrücken, „offen extremistischen Strukturen innerhalb der Partei Die Linke“. Ich bin ganz offiziell gegen Kapitalismus, Rassismus, Bundeswehr-Propaganda, Neonazis, Abschiebung von Geflüchteten und Ausbeutung von Ressourcen. Außerdem kleide ich mich unkonventionell, höre unkonventionelle Musik und bin Autorin eines linken Satireblogs. Total extrem also. Laut Ihrer Extremismustheorie bin ich linksextrem.

Allerdings dachte ich, das sie Voraussetzung für den Job! Sie könnten die extreme Mitte natürlich auch durch gekaufte Mitte-Extremisten bespitzeln lassen – das wird aber nicht funktionieren. Als ob die einander verraten würden! Der einzige Weg, der funktionieren würde, wäre der, Extremisten durch Extremisten anderer Richtungen überwachen zu lassen. Zeit für ein paar Linke in der extremen Mitte.

Ich persönlich werde die Machenschaften von JU & Co auch ohne Ihren Auftrag im Blick behalten und Ihnen alle verdächtigen Aktivitäten melden. Irgendjemand muss ja die Verfassung schützen.

Mit freundlichen Grüßen,

Kim S

Die Junge Union ist nicht nur eine äußerst gefährliche Organisation, sie hat auch Probleme mit dem Unterscheiden von links und rechts!

Die Junge Union ist nicht nur eine äußerst gefährliche Organisation, sie hat offenbar auch Probleme mit dem Unterscheiden von links und rechts. Bildquelle: CDU Moers

 

 

 

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass 60% aller CSU-Wähler Gartenzwerge sind.

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