Der Verfassungsschutz und ich – Teil 3

Veröffentlicht: 8. August 2014 in Der Verfassungsschutz und ich
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Mein dritter fiktiver Brief an Jochen Sönkeberg vom Bundesamt für Verfassungsschutz.


 

Hallo Jochen Sönkeberg,
hier Kim S.

Ja, ich hatte Sie verarscht. Aber das ist doch noch lange kein Grund, so ungehalten zu werden wie Sie in ihrem letzten Brief. Sie schreiben, ich könne mir meine Ironie stecken, wohin ich will, solche Junior-Terroristen wie ich gingen Ihnen am Arsch vorbei, und ob ich etwa glauben würde, dass es Ihnen Spaß macht, mich zu überwachen.

Gegenfrage: wenn es Ihnen keinen Spaß macht, mich zu überwachen, warum sind Sie dann beim Verfassungsschutz? Es gibt doch sicher genug Arbeitgeber, die Sie mit offenen Armen genommen hätten, oder? Wobei die meisten wichtigen, wirklich erfüllenden Berufe ja grauenhaft bezahlt sind. Wenn man am schnellen Geld interessiert ist, geht man dann wohl doch lieber zum Verfassungsschutz.
Was studiert man da eigentlich? BWL? Wenn man nicht weiß, was man studieren soll, studiert man doch immer BWL, wahlweise auch VWL, oder? Nicht, dass ich das jetzt wissen will, weil ich beim Verfassungsschutz anheuern wollte, auf keinen Fall. Mich interessiert einfach, was das da für Leute sind.

Sie sollten mir mal was über sich schreiben, finde ich. Schließlich wissen Sie fast alles über mich, und ich weiß fast gar nichts über Sie, das ist schon irgendwie unfair. Wissen ist Macht sagte schon der alte Francis Bacon. Ich würde Sie ja auf facebook suchen, da bin ich aber nicht. Aber falls Sie auch bloggen, wäre ich bereit, Ihnen zu folgen. Sie lesen meinen Blog sicherlich schon. Ich nehme an, dass Sie „invisiblesuperj@deutschland.de“ sind. Das freut mich fast ein bisschen, damit sind Sie nämlich genau 10% meiner Follower. Leiten Sie meinen Blog doch bitte an ein paar Ihrer genauso gelangweilten Kollegen weiter.

Viele Grüße,
Kim S

PS: Vielen Dank für den Andi-Comic, den Sie mir geschickt haben. (Ich nehme stark an, dass Sie das waren, ich kenne sonst leider niemanden in Berlin. Schon traurig, oder? Da will man hoch hinaus, die Regierung stürzen und so, und der einzige Berliner, den man kennt, arbeitet beim Verfassungsschutz.) Voll niedlich jedenfalls!!! Die kleinen linksextremen Punks sind ja echt zum Knuddeln mit ihren riesengroßen Manga-Augen! Und wie die alle reden, als hätten sie Das Kapital verschluckt! Vielleicht sollte ich mir auch die Haare lila färben. Sie sind aber leider schon schwarz-türkis, und wenn man sie zu oft umfärbt, ist das nicht so gut für die Haarstruktur. So ein schwarzes Anarcho-T-Shirt brauchte ich aber auf jeden Fall. Sie als Experte wissen doch sicherlich, wo man das herbekommt, oder?

PPS: Die Anarchie-Flagge auf Seite 15 ist falschrum aufgehängt. Bitte ändern.

 

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir eine neue Nationalhymne brauchen. Die Alte ist erstens negativ vorbelastet und zweitens echt lahm.

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