Flucht ist kein Verbrechen – Kein Mensch ist illegal!

Veröffentlicht: 11. Januar 2015 in Krieg & Frieden
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Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie leben mit Ihrer Freundin in einer Stadt in einem Land, in dem Sie sich sicher fühlen. Sie sind in der Lage, ihren Beruf frei auszuüben und nach ihre Religion zu leben. Ihr größtes Problem besteht darin, dass die Regierung in Ihrem Land nicht demokratisch gewählt wurde.
Dann befiehlt die Regierung, Sie und Ihre Landsleute müssten umgesiedelt werden, temporär, versteht sich. Sie machen sich also mit Ihrer Freundin auf den Weg in Ihr neues Übergangszuhause. Leider müssen Sie feststellen, dass sich niemand um Unterkünfte für die Umgesiedelten gekümmert hat, und auch die Logistik ist ausgesprochen dürftig, Sie müssen also laufen. Dass Ihre Freundin hochschwanger ist, scheint niemanden zu interessieren.
Schließlich müssen Sie in einer total heruntergekommen Baracke übernachten, weil niemand bereit ist, sie aufzunehmen. Bei Ihrer Freundin setzen die Wehen ein, und Sie sind gezwungen, unter katastrophalen hygienischen Bedingungen Ihr Kind zur Welt zu bringen.
Dann kommt es noch schlimmer. Die Regierung sieht, warum auch immer, eine Bedrohung in Ihrem unschuldigen Kind und beschließt, Sie alle drei umbringen zu lassen. Um sicher zu gehen, dass Sie auch wirklich tot sind, richtet die Regierung zudem ein Massaker an Ihren Landsleuten an. Was tun Sie? In Ihrem Land können Sie nicht bleiben, also müssen Sie wohl oder übel fliehen.
Auf legalem Weg können Sie das Land nicht verlassen.
Den ungünstigen Umständen zum Trotz gelingt es Ihnen, unversehrt ins Nachbarland zu fliehen. Die Menschen dort sprechen eine andere Sprache, haben eine andere Religion und waren in der Vergangenheit nicht allzu gut auf Ihr Land zu sprechen, aber Sie hoffen auf ihre Gastfreundschaft.

Ende der Geschichte: Sie erleiden zwar einen Kulturschock, werden aber in Ihrem Gastland gut aufgenommen. Zuhause sprechen Sie selbstverständlich Ihre Muttersprache, und auch Ihre Religion können Sie ungestört ausleben. Ihr Sohn verbringt eine schöne Kindheit dort und wird später der Gründer einer Weltreligion, die (zumindest oft, 2000 Jahre später) Toleranz und Nächstenliebe predigt.

Alternatives Ende der Geschichte: Sie landen zunächst in einem Auffanglager, wo Sie unter kaum verbesserten Bedingungen ohne Job und Sprachkenntnisse mehrere Jahre verbringen. Als Ihr Asyl-Antrag schließlich behandelt wird, haben Sie bereits das Gefühl, die Bürger dieses Landes seien gegen Sie, zumindest die mit den PÄGIÄ-Plakaten, die sich selbst „Patriotische Ägypter gegen die Israelisierung Ägyptens“ nennen und die panische Angst davor haben, sich mit Ihrer Religion anzustecken. Nach Ablehnung Ihres Antrages werden Sie zurück in Ihr Heimatland abgeschoben, das gerade von Ihrem Aufnahmeland zum sicheren Drittstaat erklärt worden ist. Dort werden Sie bald von einem wütenden Mob zu Tode geprügelt.

Liebe Pegida-Sympathisanten, liebe Fahnenträger westlicher Werte, liebe Verteidiger der christlich-abendländischen Kultur,
denken Sie an diese Geschichte, wann immer Sie einen Zuwanderer anderer Religion treffen, und wenn Sie das nächste Mal meinen, dass Zuwanderung klare Regeln braucht, dann rufen Sie sich in Erinnerung, dass Ihr Messias auch ein Asylant war.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Pullunder nicht zum DRÜBER-Ziehen gemacht sind.

Kommentare
  1. Herbert sagt:

    Dieser Artikel ist SUPER!!!
    Er sollte weiter verbreitet werden.

    Gefällt mir

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