Archiv für April, 2015

Liebster Blog Award!

Veröffentlicht: 26. April 2015 in Allgemein
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Rudilu von Blattsalat hat mich für den Liebester Blog Award nominiert, durch den kleine Blogs (unter hundert Follower) bekannter werden sollen. Danke schön!

Beim Liebster Blog Award können sich Blogger*innen gegenseitig nominieren. Man beantwortet zehn Fragen, die einem gestellt wurden, und denkt sich zehn weitere Fragen aus, die man zehn weiteren Blogger*innen stellt, die man nominieren möchte. Die nominierten Blogger informiert man per Kommentar. Niemand ist gezwungen, mitzumachen. Ich wurde folgendes gefragt:

  1. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

Das war genaugenommen Zufall. Ich erzählte jemandem, dass ich schreibe und mich für Politik interessiere, woraufhin er wissen wollte, ob ich blogge. Ich verneinte, und dann fragte ich mich – Warum eigentlich nicht?

  1. Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog? Würdest du gerne mehr Zeit investieren?

Ich blogge etwa zwei Mal im Monat und sitze ungefähr eine Stunde an einem Post, allerdings verbringe ich mehr Zeit damit, Blogs zu lesen. Mehr Aufwand lassen leider die Schule und der ganze Rest nicht zu.

  1. Was machst du in deiner Freizeit gerne, wenn du nicht gerade bloggst?

Wenn ich nicht blogge, schreibe ich gern andere Dinge. Außerdem spiele ich Theater.

  1. Welche Farbe ist deine Lieblingsfarbe und wieso?

Meine Lieblingsfarben sind hellgrün, weil sie sehr frisch und lebendig ist, und schwarz, weil ich am liebsten schwarze Klamotten trage.

  1. Kochst du lieber oder backst du lieber?

Ich backe lieber, vor allem vor Weihnachten.

  1. Gibt es einen Trend, der dich nervt?

Mich regt manchmal auf, dass im Radio DJ-Remixes von Liedern laufen, die im Original viel besser klingen. Und der Hype um schlecht geschriebene Erotik-Romane mit devoten Frauen.

  1. Wenn du den Jackpot im Lotto gewinnen würdest, was würdest du mit dem Geld tun?

Viel von dem Geld würde ich in ein Projekt investieren, das soziale Gerechtigkeit fördert, zum Beispiel, indem ich ein soziales und ökologisches Start-Up im globalen Süden finanziell unterstützen würde. Abgesehen davon würde ich Geld fürs Studium zurücklegen und vielleicht ein Gebäude oder einen Garten ankaufen, um dort Freiraum für junge Leute und ihre Projekte zu schaffen. Ein ehemaliges Fabrikgebäude wäre perfekt.

  1. Welche Sprache würdest du gerne sprechen können?

Italienisch, Isländisch und Hebräisch.

  1. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?

Am liebsten mag ich den Frühling, wenn alle Bäume ein ganz helles Grün tragen.

  1. Hast du einen Gegenstand aus deiner Kindheit, den du niemals weggeben würdest?

Ich hänge sehr an meinen alten, selbstaufgenommenen Kassetten. Wenn ich die heute höre, denke ich mir zwar, „Was hab ich denn da für einen Kram gelabert?“, aber irgendwie sind sie auch süß und witzig.


So, das sind meine Antworten. Hier kommen meine Fragen!

  1. Was ist die krasseste Reaktion (Kommentar, Gespräch etc.), die du je auf deinen Blog bekommen hast?
  2. Hast du einen Lieblings-Beitrag auf deinem Blog, und wenn ja, welchen?
  3. Woher stammt der Name deines Blogs?
  4. Welcher Gegenstand liegt immer auf deinem Schreibtisch?
  5. Gibt es ein Thema, das thematisch nicht in deinem Blog passt, über das du aber trotzdem sehr gern schreiben würdest? Welche ist es?
  6. Hat sich dein Blog so entwickelt, wie du es dir vorgestellt hast, als du ihn gestartet hast?
  7. Angenommen, die Bundesregierung läse deinen Blog und würde auf ihn hören, was würdest du ihnen schreiben?
  8. Gibt es ein Thema (politisch, Hobby, Lyrik etc.), von dem du über WordPress erfahren hast, welches du dir mittlerweile nicht mehr wegdenken kannst?
  9. Versuche, die Quintessenz deines Blogs in einen T-Shirt-Spruch/ein Haiku/eine Schlagzeile zu packen!
  10. Mit welcher Figur aus Literatur, Film oder Fernsehen würdest du (nicht) gern in einem Aufzug stecken bleiben?

Zehn Fragen sollen an zehn Blogger*innen gestellt werden. Das ist mir leider nicht möglich, da sich der Award auf deutschsprachige Blogs beschränkt und ich überwiegend englischsprachigen Blogs folge. Deshalb kann ich leider nur drei Personen nominierten, aber diese Nominierungen stammen von Herzen. Nämlich:

Weltanschauung

Quergedachtes

Kritsicher Kommilitone

 Die beste Satire-Aktion seit langem! Bildquelle (bearbeitet)


Die beste Satire-Aktion seit langem!
Bildquelle (bearbeitet)

Endlich. Die deutsche Bundesregierung lernt dazu.

Es erstaunt mich gleichermaßen, wie es mich freut, diesen Post schreiben zu dürfen. Denn nach Jahren neoliberaler, marktradikaler und Arbeitnehmerfeindlicher Politik von CDU & Co hatte sogar ich als junge, optimistische Bundesbürgerin nicht mit einem so schnellen Kurswechsel gerechnet.

Jetzt aber haben Merkel, das Institut der deutschen Wirtschaft und die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie ihre Fehler eingesehen und sich mit einem Augenzwinkern dafür entschuldigt. Mit der großartigen Kunstaktion „INSM – Initiative Neoliberale Scheiß-Meinungsmache“ schaffen sie es, ihre ehemaligen Positionen gekonnt durch den Kakao zu ziehen und sich dabei als zwar nicht unfehlbare, aber durchaus humorvolle und sympathische Zeitgenossen zu präsentieren.

INSM steht vordergründig für „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Diese fiktive Initiative predigt angeblich mehr Leistung, mehr Wachstum, mehr Markt, weniger Einschränkungen, weniger Freizeit und weniger Energiewende. Glücklicherweise sind diese Statements gut als Satire zu erkennen – schließlich werden sie in Form von klar als Fake erkennbaren Zitaten in pinker Schrift auf schwarzen Plakatwänden präsentiert. Und damit selbst Ironie-resistente Mitbürger*innen sie als Satire erkennen, zeigen diese Plakate ebenfalls halbe schwarz-weiß-Portraits grimmig dreinblickender älterer Herrschaften – eine äußerst gelungene Hommage an Grumpy Cat. Ich persönlich hätte Aussagen wie „Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch“ (Ludwig Erhard, CDU) oder „Märkte sind wie Fallschirme: sie funktionieren nur, wenn sie offen sind“ (Felix Baumgartner) jedoch auch ohne diese optische Unterstützung als beinahe überspitzte Satire erkannt.

Diese Plakate, mit denen ganz Berlin verschönert wurde, sind zum Glück nicht die einzigen Produkte der genialen Kunstaktion. Kostenlose „Unterrichtsmaterialien“ wie „Wir erklären Wirtschaft“ (gemeinsam mit dem beliebten Satire-Magazin Focus Money) sollen auch schon Schüler*innen der Mittel- und Oberstufen die Absurdität der freien Marktwirtschaft auf humorvolle Weise beibringen. Durch lustige Studien-Parodien wie „Chancengerechtigkeit durch Aufstiegsmobilität“ – sozialer Aufstieg sei angeblich problemlos möglich – unterstreicht die INSM ihren Satire-Charakter. Und auch das Fernsehen erobert das verantwortliche Künstlerkollektiv um CDU-und Commerzbank-Mitglied Johanna Hey, CDU- und Moody’s-Mitglied Hans Tietmeyer, Headhunter und Lobbyist Dieter Rickert und andere. Versteckte INSM-Themen machten sogar die ARD-Seifenoper „Marienhof“ zur Comedy-Show.

Alles in allem ist die INSM die witzigste und ehrlichste Satire, die die Bundesrepublik seit langem gesehen hat. Sie zeigt, dass unsere Medienkünstler*innen auch den internationalen Vergleich mit den grandiosen „Joint the Army“-Kampagne aus den USA oder der weltweit hochgelobten „Sozialistischen Propaganda“ des ehemaligen Ostblocks nicht zu scheuen braucht. Ich als Satirikerin bin jedenfalls stolz, dass meine Regierung so lustig und kreativ ist. Es lebe die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft!

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass keine Meinung auch eine Meinung ist, oder auch nicht.

Die INSM bei Lobbypedia

Die INSM bei Lobby Control

„Stoppt die INSM“ auf Facebook

Feminismus im Fernsehn

Veröffentlicht: 3. April 2015 in WGweisend
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Serienkiller statt Topmodels – Alternativprogramm als Antisexistischer Aktivismus (Bildquelle)

Serienkiller statt Topmodels – Alternativprogramm als Antisexistischer Aktivismus
(Bildquelle)

Donnerstagabend.

Auf dem Campus ist es schon um Viertel nach acht ungewöhnlich still. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner des Internats sitzen in ihren WGs vor dem Fernseher, in Grüppchen, mit Snacks und Getränken. Alle schauen Germany’s Next Top Model.

Wir nicht.

Eine kleine Schar von Prime-Time-Rebellinnen hat sich in meinem Wohnzimmer versammelt, um Serienkiller zu jagen. Natürlich nicht persönlich. Viel eher sehen wir dem FBI-Team der Serie Criminal Minds beim Jagen von Serienkillern zu. Dabei essen wir Cookies und das fetteste Gemüse der Welt – Avocados. Und wir werden selbst zu Killern.

Wir killen den Magerwahnsinn. Wir killen das unnatürliche Frauenbild, dass uns Klum und Co jeden Donnerstag zu vermitteln versuchen. Wir killen das lächelnde Bauch rein, Ellenbogen raus-Image der Modebranche. Wir killen 90-60-90. Wir killen das Ideal eines Mädchens, für das Streiten gleich Zicken-Terror bedeutet und das seinen Körper an Pro7 verkauft hat. Wir killen die angebliche Ironie, mit der die Hälfte aller GNTM-Zuschauer sich vor Kritikern verteidigt. Wer den Kram ironisch guckt, treibt die Quoten auch hoch.

Wir versuchen zu ignorieren, dass Werbepausen bei Sat.1 dieselbe Diät- und Modewerbung zeigen wie auf Pro7, weil beide zur selben Sendergruppe gehören. Wir ignorieren, dass auch unsere FBI-Agentinnen vollkommen untaugliche kugelsichere Westen tragen, durch die ihre weiblichen Konturen nicht verloren gehen. Wir ignorieren, dass es Sexismus und Reduzierung von Frauen auf ihren Körper nicht nur in Castingshows gibt.

Aber vor allem freuen wir uns jedes Mal, wenn ein Typ oben ohne durchs Bild läuft.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass jeder Mörder in einer Fernsehserie ein Serienmörder ist.