Mit ‘AfD’ getaggte Beiträge

Friendly Neighbourhood Neonazis

Veröffentlicht: 12. Mai 2016 in Allgemein, Echt jetzt?
Schlagwörter:, , ,

Sei nicht so unfair. Du weißt ja gar nicht, ob er die Positionen der AfD wirklich vertritt.

Sie sind vielleicht Nazis, aber sie können ja trotzdem gute Menschen sein.

Ich finde nicht, dass man Menschen aufgrund ihrer politischen Einstellung beurteilen kann.

Also, zu mir sind sie immer total nett.

Du weißt doch nicht, ob er überhaupt rechts ist.

Die machen ja nichts.

Alles Sätze, die ich so oder so ähnlich von Freund*innen und Bekannten gehört habe, nachdem ich äußerte, wie sie mit rechts denkenden Menschen – in einem Fall „nur“ einem AfD-Mitglied, im anderen einer Gruppe Neonazis – befreundet seien können, sei mir schleierhaft. Und es ist mir schleierhaft. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man die Tatsache, dass eine Person, mit der man befreundet ist, offenbar menschenverachtendes Gedankengut und Handlungspotential mit sich herumträgt, einfach ignorieren kann.

Gut, wenn meine Freund*innen und Bekannten jetzt kämen und über das AfD-Mitglied sagten, Ich kann das aber ignorieren. Ganz einfach. ich weiß, dass mein Kumpel Soundso homophob und sexistisch ist, etwas gegen Flüchtlinge hat, den menschgemachten Klimawandel leugnet und sich in ein Europa der Vaterländer zurücksehnt, aber wir haben einen ähnlichen Humor und mögen beide Modelleisenbahnen, also stört mich das nicht. Das würde mich zwar schockieren, wäre aber wenigstens ehrlich. Genauso könnte man über den Nazi sagen, Ich weiß, dass er Asylunterkünfte abfackelt und Kopftuchträgerinnen zusammentritt, aber weil wir Freunde sind, ist mir das egal. Das würde mich ehrlich gesagt noch mehr schockieren, und ich wer auch immer so ehrlich zu mir wäre, hätte sofort eine Freundin weniger, aber ich kenne niemanden, der so redet.

Stattdessen waschen die netten Menschen, die mit augenscheinlich weniger netten Menschen befreundet sind, ihre Hände in Unwissen.

Vielleicht vertritt er die Positionen der AfD ja gar nicht. Nun, wenn er sie nicht vertreten würde, wäre er dann in die AfD eingetreten? Wer die Positionen einer Partei nämlich nicht zumindest in ihren Grundzügen unterstützt, ist nicht gezwungen, ihr beizutreten, und wer sie nicht kennt, der soll es gleich lassen. Wir haben alle Zugang zu verschiedenen Informationsquellen, und wir können alle lesen. Niemand wir versehentlich AfD-Mitglied, beim Schlafwandeln oder so. Gut, manche Menschen sind einfach etwas zerstreut. Ich selbst bin auch so. Heute beim Mittagessen hatte ich zum Beispiel vor, mir keinen Salat zu nehmen, ich ging also an der Salattheke vorbei zur Essensausgabe, unterhielt mich mit einer Mitschülerin, dachte an nichts Böses, schaute auf mein Tablett und stellte fest, dass ich mir unbewusst Salat genommen hatte. Passiert. Aber ist es möglich, auf dieselbe Art in die AfD einzutreten? Ich denke nicht.

Sie sind vielleicht Nazis, aber sie machen ja nichts. Ach nein? Und wer sind dann die Leute, die auf den Nazi-Demos „Nationaler Sozialismus!“ schreien? Ja, aber sie machen ja nichts. Und wer zündet dann nachts Asylunterkünfte an? Du? Ich? Aliens? Sicherlich nicht your friendly neighbourhoor Neonazis.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Die sind immer so nett zu mir. Na klar. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob sie genau so nett zu dir wären, wenn deine Familie muslimisch, jüdisch oder eingewandert wäre? Ist dir nur wichtig, wie die Leute mit dir umgehen, und gar nicht, ob sie auch den Rest der Welt respektieren? Na dann, herzlichen Glückwunsch zum Verleih der Heile Welt-Egoismus-Medaille. Du hast sie dir verdient.

Choose your friends wisely. Association is perception. Perception is reality.

Hier noch ein pseudo-intellektuelles Zitat zum Thema Freundschaft. Bildquelle

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es wirklich witzig ist, dass im Wort Bildungsfernsehen das Wort bildungsfern steckt.

Ich wünschte, ich wäre rechts

Veröffentlicht: 15. März 2016 in Allgemein
Schlagwörter:, , , , , ,
Es ist einfach, immer nur nach rechts zu laufen. Bildquelle

Es ist einfach, immer nur nach rechts zu laufen.
Bildquelle

Rechte Menschen leben in einer schönen Welt.

Die Welt, in der rechte Menschen leben, ist nämlich total links.

Rechte Menschen treffen ständig linke Menschen. Für rechte Menschen sind fast alle anderen Menschen links. Deutschland ist bevölkert mit Gutmenschen, die alles unterwandern. Rechte Menschen gehen auf linke Schulen. Unis sind rechten Menschen auch zu links.

Wenn rechte Menschen sich mal anständig informieren wollen, müssen sie leider feststellen, dass die Mainstream-Medien alle total links sind. Rechte Menschen lesen die FAZ und kriegen Schreikrämpfe, so links, wie die ist. Sie müssen stattdessen in der Jungen Freiheit lesen, wie fürchterlich Deutschland nach links gerutscht ist.

Rechte Menschen können nicht bei facebook herumhängen und nicht twittern, weil die Amerikanischen Massenmedien in der Welt der rechten Menschen total links sind.

Rechte Menschen brauchen keinen Feminismus, weil die Gleichberechtigung in der Welt der rechten Menschen längst erreicht ist und Frauen nicht sich also gar nicht mehr beschweren müssen. Traditionelle Geschlechterrollen haben sich aufgelöst. In der Welt der rechten Menschen sind Schwangerschaftsabbrüche viel zu einfach.

Rechte Menschen leben in einem Staat, in dem die Kirche an Macht verliert und Homosexualität in Schulen als etwas Normales gelehrt wird.

Für den „angeblichen“ Klimawandel sind wir in der Welt vieler rechter Menschen auch nicht verantwortlich. Wir Menschen sind unschuldig. Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht.

Wie schön das sein muss. Ich will auch rechts sein.

Aber wenn doch bloß alles so einfach wäre…

Die Welt, in der rechte Menschen leben, ist von einem ständigen Gefühl des „wir gegen die“ geprägt, von Angst vor „Fremden“, Angst vor Veränderung, Angst vor Offenheit, vor Unkonventionalität. Ich will nicht in einer Welt leben, in der wir allen, die anders sind als wir, mit Misstrauen und Hass begegnen. Ich will nicht die ganze Zeit meine Festung vor Drachen verteidigen, die nicht da sind.

Laut einer Statistik aus der Jungen Freiheit sympathisiert also jeder fünfte Muslim in Deutschland mit Islamisten? Scheiße.

Und laut einer sehr, sehr wirkungsvollen und ziemlich seriösen Statistik vom 13. März sympathisiert knapp jeder vierte Wähler in Sachsen-Anhalt mit der AfD. Auch scheiße.

Wie reagieren wir also darauf, dass manche Menschen Scheiße denken, glauben und bauen? Na, ab besten, wir werden selbst scheiße. Wir lesen Junge Freiheit und wählen AfD. Denken zumindest rechte Menschen. Ganz einfach. Kann jeder. Denken braucht man dazu übrigens auch nicht – steht ja alles in der Jungen Freiheit.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ich den Joghurt im Kühlschrank mitgebracht habe, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Wisst ihr was, Mädels? Esst ihn einfach. Aber lasst mir was übrig. Teilen ist schön.

PS: Meine Zimmerpartnerin sagt, ich solle den Text noch länger machen, aber dazu müsste ich leider noch länger Junge Freiheit lesen.

Quelle der Ideen rechter Menschen: Junge Freiheit Online

Hallo Bernd Lucke

Veröffentlicht: 22. Juli 2015 in Hallo Welt!
Schlagwörter:, , , ,

Hallo Bernd Lucke,

Herzlichen Glückwunsch zur Gründung von Alfa, der „Allianz für Aufbruch und Fortschritt“! Das war eine tolle Idee, Herr Lucke. Aus der AfD auszutreten ist immer eine gute Idee. Deshalb finde ich es schade, dass Sie sich diese einmalig gute Idee durch einen so einfallslosen Parteinamen zerstören.

Zunächst einmal Allianz – ist das nicht eine Versicherung? Oder irre ich mich da und verwechsle die Versicherung mit dem korrupten diktatorischen Imperium aus Joss Whedons genialer Science-Fiction-Serie firefly?

Außerdem – Aufbruch und Fortschritt? Kommen Sie, das ist wie Zukunft und Zukunft oder schön und gut oder Sicherheit und Verantwortung, die rechtspopulistische Partei aus den Känguru-Chroniken. Da könnten Sie Ihre Partei genauso gut Allianz für Floskeln und Phrasen nennen. Da steckt ja nichts drin. Sie müssen Ihre Inhalte in einem schnittigen Akronym unterbringen. Also… äh… rechts gibt sich mittig? Ich bin ja kein Rassist, aber? Raus aus dem Euro? Na ja, Inhalte eben. Sie werden schon wissen, wofür Ihre Partei so steht. Irgendwann zumindest.

Man prophezeit Ihnen, Herr Lucke, Ihre Partei werde sich nicht halten, weil sie kein Alleinstellungsmerkmal habe. Das glaube ich nicht. Ihre Partei ist in den Grundzügen zwar sehr AfD-nah, ABER NICHT RECHTS UND NICHT POPULISTISCH. Und außerdem ein großer Fan der NATO. Also ganz anders. AfD, aber nicht rechts. Vielleicht sollten Sie sich mal mit dem ehemaligen Präsidenten des Vegetarierbundes austauschen, der nach seinem Austritt bekanntgab, er werde eine eigene Organisation gründen – wie VeBu, aber nicht vegetarisch.

Mit diesem bahnbrechenden Unterschied zu Ihrer Mutterpartei ist Ihnen der Weg in den Bundestag so gut wie sicher. Schließlich haben Sie dieses Mal, anders als bei der Gründung der AfD, dafür gesorgt, dass Populisten, Reformer und Nein-Sager, also alle, die sich von einer aufstrebenden Partei wohlmöglich abspalten könnten, erst gar kein Parteibuch bekommen. Denn Sie hassen Spalter, und das ist komplett nachvollziehbar. Wer hasst die nicht? Sie sollen eine Liste mit Personen haben, die Sie niemals in Ihre Partei aufnehmen werden. Auf dieser Liste stehen ungeliebte AfD-Mitglieder und alle, die einmal einer „wohlmöglich extremistischen Partei“ angehört haben. Sie selbst sind natürlich eine Ausnahme, aber auch das ist total nachvollziehbar. Ich würde das auch so machen, wenn ich Sie wäre.

Den Weg in Ihre Partei muss man sich verdienen. Wer Mitglied werden will, wird erst einmal Mitglied auf Zeit, für ein Jahr ohne Stimmrecht. Das ist eine geniale Methode, sich vor dem Mitgliederandrang zu schützen, den Sie zu erwarten haben. Außerdem werden Sie als Parteigründer im ersten Jahr das alleinige Stimmrecht haben – enorm wichtig für den demokratischen Austausch innerhalb einer Partei, der ansonsten von populistischen Neumitgliedern gefährdet würde, die nur zum Pöbeln gekommen sind.

Was soll ich sagen, Herr Lucke? Sie sind ein Genie. Demokratisch, unpopulistisch, inhaltsorientiert und selbstkritisch. Um die Macht in Deutschland an sich zu reißen, fehlt Ihnen also nur der richtige Parteiname. Wie wäre es mit BeTA? Ballungsraum ehemaliger Total-Arschl*****? Oder GaMmA? Griesgrämige alte Männer machen Aufstand? Nur ein Witz, ich finde Ihre Partei super. Sie ist eine echte Alternative zu meiner Zweitlieblingspartei, der Alternative für Deutschland. Das wäre doch ein guter Name. Alternative zur Alternative. AzA, oder falls Ihnen das zu kurt ist, AzAfD. Ich wäre dabei. Setzen Sie mich bitte bloß nicht auf die Liste der gesperrten Parteibewerber. Ich bin vielleicht links, aber den Spaß lasse ich mir ungern entgehen.

Alle Liebe und viel Erfolg,

Kim S

PS: Ihr Logo gefällt mir auch super. Grau ist eine total beruhigende Farbe, vor allem für Bestattungsunternehmen. Haben Sie Momo gelesen? Na ja, auch egal.

ALFA bestattet Ihre Toten - schnell und unauffällig. Bildquelle

ALFA bestattet Ihre Toten – schnell und unauffällig.
Bildquelle

PPS: Oh, das war nicht Ihr Logo, auf Wikipedia war einfach noch kein Logo vorhanden, daher das grau. Verzeihung.

Im Übrigen war ich lange der Meinung, dass Zeitreisen unmöglich sind, aber dann kam mein zukünftiges Ich und belehrte mich eines Besseren.

Feminismus? Ohne die Junge AfD…

Veröffentlicht: 8. August 2014 in Allgemein, Echt jetzt?
Schlagwörter:, , , ,

 

Das Bild ist von der Website der Jungen Alternative. Ich habe daran herumgebastelt - aber nur ein bisschen.

Das Bild ist von der Website der Jungen Alternative.
Ich habe daran herumgebastelt – aber nur ein bisschen.

Die Junge Alternative für Deutschland ist gar nicht so verkorkst, wie ich bisher dachte. Ich war mir sicher, es gäbe dort nur krasse Antifeministen. Es gibt aber noch mehr. Es gibt auch krasse Antifeminist*innen!

Per Facebook hat die JA schon vor Monaten die Kampagne „Vernunft statt Genderwahn“ oder „Gleichberechtigung statt Gleichstellung“ gestartet. Dabei gab es auch schon nackte Hintern zu sehen. (Es waren nicht die Hintern von AfD-Mitgliedern. Wäre ja auch zu schön gewesen. Aber anscheinend ist alles rechts von der CDU asexuell oder gibt sich zumindest so.)

Die nackten Model-Hintern waren aber nicht genug. Jetzt lichten sich auch AfD-Mädels als Antifeministinnen ab – allerdings nicht im Bikini, sondern mit Plakaten, auf denen sie erklären, warum sie keine Feministinnen sind. Kräftige Unterstützung kommt natürlich von den AfD-Jungs. Da diese ihre „Keimzellen der deutschen Gesellschaft“ später wohl mit braven, vernünftigen deutschen Mädchen gründen wollen, kommt ihnen die Selbst-Degradierungsaktion ihrer Parteifreundinnen wahrscheinlich sehr gelegen.

„Ich bin keine Feministin, weil mein Mann mein Fels in der Brandung ist“, „Ich bin kein Feminist, weil Familie wichtiger ist als Karriere und ich den Genderwahn stoppen will“ oder „Ich bin kein Feminist, weil ich keine Ideologie brauche, um Frauen zu respektieren“ sind die Aussagen. Irgendwie ist diese Anti-Ideologie fast schon witzig. Mir zumindest macht das Ausdenken von Sprüchen so viel Spaß, dass ich erwäge, sie auf T-Shirts zu drucken.

„Ich bin keine Feministin, weil ich das Denken lieber meinem Mann überlasse.“
„Ich bin keine Feministin, weil ich nicht weiß, wie man ein Kondom benutzt.“
„Ich bin kein Feminist, weil ich keine Frau will, die klüger ist als ich.“
„Ich bin kein Feminist, weil ich nicht kochen kann.“
„Ich bin keine Feministin, weil Eva auch keine Feministin war.“
„Ich bin kein Feminist, weil Frauen beim Sex die Klappe zu halten haben!“

Sehr schön, liebe AfD-Kids. Wie wäre es mit der nächsten Kampagne: „Ich mag keine Männer, weil…“, „Ich bin nicht sexy, weil…“ oder „Ich denke niemals selbst, weil…“? Ich würde euch dabei mit Vergnügen beraten.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Bernd Lucke mit seiner Blümchenkrawatte gar nicht so homophob aussieht, wie er redet.

Die taz hat übrigens auch ein paar lustige Vorschläge.