Mit ‘Antifa’ getaggte Beiträge

Hallo FraGIDA, wir haben uns gestern leider knapp verpasst.

Ich wünschte, ich wäre gestern auf der Gegendemonstration gewesen. Es muss lustig gewesen sein, zu hören, wie Heidi Mund immer hysterischer wurde und wie Ihr knapp 70 FraGIDA-Freaks unter den 16000 Gegendemonstranten untergingt. Ich hätte gern das Abendland gegen die Pegidisierung verteidigt. Ich war nicht dabei, weil ich und die sieben Freunde, mit denen ich mich verabredet hatte, schließlich an einer Unmenge bürokratischer und logistischer Problemchen gescheitert sind. Das ist eine Erklärung, aber keine Entschuldigung, ich weiß. Die Party lief ja dann auch ohne uns.

In der Presse sieht man euch als schwarz gekleidete, Fraktur-beschriftete Fahnenschwenker. Interessanterweise sind alle Fahnen Deutschlandflaggen, Europafahnen habe ich keine einzige gesehen. Wofür das E in „Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung Des Abendlandes“ wirklich stehen soll, ist mir also schleierhaft. Aber PDGIDA klingt einfach bescheuert, und würdet Ihr euch wahrheitsgemäß VODGAA (Völkisch Orientierte Deutsche Gegen Alle Anderen) nennen, hättet Ihr es wohl kaum von facebook auf die Straße geschafft. Seid Ihr die Mitte der Gesellschaft? Der besorgte Deutsche? Der kleine Mann? Das Volk?

PEGIDA, Ihr seid nicht das Volk. Das Volk ist, das müsst Ihr akzeptieren, bunt, „linksversifft“ und zu 5% muslimisch. Egal, wie viele Deutschlandflaggen Ihr schwenkt. Und Ihr verteidigt nicht das Abendland. Die 16000 Frankfurter*innen, die euch gestern ausgelacht haben, die verteidigen das Abendland. Ihr seid lächerlich.

Eine Bitte noch: könntet Ihr *verdammt noch mal* aufhören, Israel-Flaggen zu schwenken? Ihr sprecht nicht für Israel, Ihr sprecht nicht für die Juden in Deutschland, und hättet Ihr ein wenig Ahnung von der jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, Ihr hättet sicher das ein oder andere Mitglied auf der Gegendemo entdeckt. Die Gemeinde gehört nämlich zu den Organisatoren derselben.

Ihr beruft euch auf die „jüdisch-christlichen“ Wurzeln des Abendlandes, um damit der dritten abrahamitischen Religion, dem Islam, hier die Existenz abzusprechen. Muslime in Deutschland, eine religiöse Minderheit, diffamiert Ihr auf Grund ihres Glaubens und ihrer Kultur. Und glaubt Ihr wirklich, damit im Sinne der jüdischen Minderheit in Deutschland zu sprechen, die lange genug selbst verfolgt wurde? Die Bilder, die heute anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz vor 70 Jahren durch die Medien gehen, sollen uns nicht nur daran erinnern, dass Faschismus nie mehr sein darf. Sie sagen uns auch, dass Hass niemals eine Lösung ist. Damals nicht, heute nicht, und auch in Zukunft nicht.

PEGIDA, FraGIDA – Ihr seid nicht ich. Ihr seid nicht Deutschland. Ihr seid nicht das Abendland. Ihr seid eine – in Frankfurt nicht einmal siebzigköpfige – rechte Randgruppe, und ich hoffe, Ihr habt es gestern verstanden.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es weniger Krieg gäbe, wenn wir alle mehr essen und mehr schlafen würden. Grüße von der Lügenpresse!

Wer in ein Internat einzieht, bekommt zwei heilige Schriften zur Begrüßung. Die eine ist das Wertepapier und predigt Toleranz, Solidarität und Respekt für alle. Die andere ist das Regelwerk, und darin steht: nichts an Türen und Schränke kleben.
Ich muss sagen, als ich die Antifa- und No-Homophobia-Sticker am Schrank eines Mitschülers entdeckt habe, waren es weniger die Aufkleber, über die ich mich gefreut habe, als vielmehr diese kleine Geste des zivilen Ungehorsams. Denn wenn wir trotz kostenloser Schulbildung unsere Unterbringung im Internat bezahlen müssen, dann ist es unser gutes Recht, die Renovierungspauschale zu verplempern.
Für viele Menschen bedeutet ziviler Ungehorsam allerdings immer noch…
…abends elmex und morgens aronal zu benutzen…
…den Ohrstöpsel fürs linke Ohr und rechte Ohr zu stecken…
…im Schwimmbad vom Beckenrand zu springen…
…sich mit Handcreme das Gesicht einzuschmieren…
…während der Fahrt mit dem Busfahrer zu sprechen
& mehr als drei Teile mit in die Umkleidekabine zu nehmen.
Diese Leute rebellieren nicht nicht, weil sie keine Gründe zum Rebellieren finden. Sie rebellieren nicht, weil sie keie Gründe zum Rebellieren suchen. Wer sich umschaut, findet überall Gründe. In jeder Welt gibt es etwas zu verbessern, und manchmal erreichen wir diese Verbesserung eben nur durch Widerstand. Um erfolgreich (oder wenigstens enthusiastisch) Widerstand zu leisten, müssen wir uns klar machen, warum es sich lohnt, Aufkleber zu verteilen.

Aufkleber machen nicht nur Laternenpfähle schöner - hier in Brighton.

Aufkleber machen nicht nur Laternenpfähle schöner – hier in Brighton.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Schule eine klassenlose Gesellschaft zu werden hat.