Mit ‘Asyl’ getaggte Beiträge

Schiebt mich doch ab!

Veröffentlicht: 2. Februar 2016 in Allgemein, Hallo Welt!
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Guten Tag, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle. Mein Name ist Kim S und in meiner Freizeit liege ich gern dem Staat auf der Tasche. Mit ein wenig Stolz kann ich sagen, dass ich ausgesprochen gut darin bin.

Ich bin seit sechzehn, bald siebzehn Jahren in Deutschland. Seit ich hier bin, habe ich noch keinen Tag gearbeitet oder Steuern gezahlt. Stattdessen beziehe ich regelmäßig Sozialleistungen. Meine Eltern erhalten beispielsweise jeden Monat Kindergeld für mich. Die Tatsache meiner Existenz hat die beiden zudem jahrelang daran gehindert, Vollzeit zu arbeiten und angemessen zum Wirtschaftswachstum beizutragen. In den letzten Jahren war ich zudem mehrfach krank, jedes Mal zumindest zum Teil auf Kosten des Staates. Man muss dazusagen, dass mein Aufenthalt in Deutschland sogar mit einem ausgedehnten Krankenhausaufenthalt für mich und meine Mutter begann. Ich erhalte regelmäßig haus- sowie zahnärztliche Routineuntersuchungen, für die jeweils meine gesetzliche Krankenversicherung aufkommt. Sogar einen Teil meiner langwierigen kieferorthopädischen Behandlung übernahm diese.

Dazu kommt all das Geld, das der Staat Jahr für Jahr in meine Bildung steckt. Ich gehe seit über zehn Jahren auf Staatskosten zur Schule. Ich sitze im Mathe-, Bio- und PoWi-Leistungskurs. Ich könnte Ingenieurin, Krebsforscherin oder Hedgefonds-Managerin werden und dem Staat was Gutes tun und dabei ordentlich Steuern zahlen. Will ich aber nicht. Ich werde lieber was Nutzloses mit Geisteswissenschaften. Zurzeit besuche ich eine für mein Bundesland äußerst kostspielige staatliche Schule, inklusive teurer Gimmicks wie einem vierwöchigen Auslandsaufenthalt, einer jährlichen Klassenfahrt und einem unverschämt großen neuen Fernseher im Fernsehraum, der vermutlich so viel gekostet hat wie das Auto meiner Mutter und die neue Matratze meines Vaters kombiniert. Und das alles von Ihren Steuergeldern, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Sonderlich integrationswillig bin ich im Übrigen auch nicht. Bis ich fließend Deutsch sprach, dauerte es mehrere Jahre. Ich habe, obwohl ich seit sechzehn Jahren hier bin, nie einen Deutschkurs besucht. Ich bin keine Christin, verweigere mich seit der Mittelstufe dem schulischen Religionsunterricht, und esse kein Schweinefleisch und kein Sauerkraut. Anstatt angemessen deutsches Kulturgut wie Helene Fischer zu fördern, importiere ich lieber – häufig mit politsicher Ideologie bepackte – Musik aus der Anglosphäre.

Einen deutschen Pass habe ich dennoch sofort bekommen. Es geht doch nichts über die richtigen Eltern. Die Regierung, die all das für mich ermöglicht, ziehe ich dabei in meinem pathetischen kleinen Blog durch den Kakao.

Wann ich etwas zurückgebe? Das weiß ich noch nicht. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich überhaupt etwas zurückgeben werde. Vielleicht wandere ich stattdessen aus. Ich genieße das Recht auf freie Wahl meines Wohnraumes innerhalb der EU. Dublin III gilt für mich nicht. Ich könnte nach dem Abitur Tschüss sagen und nach Schottland ziehen. Dann wäre ich weg mit Ihrem Steuergeld, und Sie könnten nichts dagegen machen! Aber wenigstens liegen meine Kinder dann nicht Deutschland auf der Tasche.

Mit freundlichen Grüßen,

Kim S

"Zu viele" Flüchtlinge? Wem die Überbevölkerung in Deutschland zu kritsiche wird, der soll leine Kinder kriegen. Quele des Originalplakats

„Zu viele“ Flüchtlinge? Wem die Überbevölkerung in Deutschland zu kritsich wird, der soll keine Kinder kriegen.
Quele des Originalplakats

 

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Staat lieber an der Parteienfinanzierung für die AfD sparen sollte als an Geldern für die Flüchtlingshilfe.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie leben mit Ihrer Freundin in einer Stadt in einem Land, in dem Sie sich sicher fühlen. Sie sind in der Lage, ihren Beruf frei auszuüben und nach ihre Religion zu leben. Ihr größtes Problem besteht darin, dass die Regierung in Ihrem Land nicht demokratisch gewählt wurde.
Dann befiehlt die Regierung, Sie und Ihre Landsleute müssten umgesiedelt werden, temporär, versteht sich. Sie machen sich also mit Ihrer Freundin auf den Weg in Ihr neues Übergangszuhause. Leider müssen Sie feststellen, dass sich niemand um Unterkünfte für die Umgesiedelten gekümmert hat, und auch die Logistik ist ausgesprochen dürftig, Sie müssen also laufen. Dass Ihre Freundin hochschwanger ist, scheint niemanden zu interessieren.
Schließlich müssen Sie in einer total heruntergekommen Baracke übernachten, weil niemand bereit ist, sie aufzunehmen. Bei Ihrer Freundin setzen die Wehen ein, und Sie sind gezwungen, unter katastrophalen hygienischen Bedingungen Ihr Kind zur Welt zu bringen.
Dann kommt es noch schlimmer. Die Regierung sieht, warum auch immer, eine Bedrohung in Ihrem unschuldigen Kind und beschließt, Sie alle drei umbringen zu lassen. Um sicher zu gehen, dass Sie auch wirklich tot sind, richtet die Regierung zudem ein Massaker an Ihren Landsleuten an. Was tun Sie? In Ihrem Land können Sie nicht bleiben, also müssen Sie wohl oder übel fliehen.
Auf legalem Weg können Sie das Land nicht verlassen.
Den ungünstigen Umständen zum Trotz gelingt es Ihnen, unversehrt ins Nachbarland zu fliehen. Die Menschen dort sprechen eine andere Sprache, haben eine andere Religion und waren in der Vergangenheit nicht allzu gut auf Ihr Land zu sprechen, aber Sie hoffen auf ihre Gastfreundschaft.

Ende der Geschichte: Sie erleiden zwar einen Kulturschock, werden aber in Ihrem Gastland gut aufgenommen. Zuhause sprechen Sie selbstverständlich Ihre Muttersprache, und auch Ihre Religion können Sie ungestört ausleben. Ihr Sohn verbringt eine schöne Kindheit dort und wird später der Gründer einer Weltreligion, die (zumindest oft, 2000 Jahre später) Toleranz und Nächstenliebe predigt.

Alternatives Ende der Geschichte: Sie landen zunächst in einem Auffanglager, wo Sie unter kaum verbesserten Bedingungen ohne Job und Sprachkenntnisse mehrere Jahre verbringen. Als Ihr Asyl-Antrag schließlich behandelt wird, haben Sie bereits das Gefühl, die Bürger dieses Landes seien gegen Sie, zumindest die mit den PÄGIÄ-Plakaten, die sich selbst „Patriotische Ägypter gegen die Israelisierung Ägyptens“ nennen und die panische Angst davor haben, sich mit Ihrer Religion anzustecken. Nach Ablehnung Ihres Antrages werden Sie zurück in Ihr Heimatland abgeschoben, das gerade von Ihrem Aufnahmeland zum sicheren Drittstaat erklärt worden ist. Dort werden Sie bald von einem wütenden Mob zu Tode geprügelt.

Liebe Pegida-Sympathisanten, liebe Fahnenträger westlicher Werte, liebe Verteidiger der christlich-abendländischen Kultur,
denken Sie an diese Geschichte, wann immer Sie einen Zuwanderer anderer Religion treffen, und wenn Sie das nächste Mal meinen, dass Zuwanderung klare Regeln braucht, dann rufen Sie sich in Erinnerung, dass Ihr Messias auch ein Asylant war.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Pullunder nicht zum DRÜBER-Ziehen gemacht sind.