Mit ‘Bundeswehr’ getaggte Beiträge

Mein achter fiktiver Brief an Jochen Sönkeberg vom Verfassungsschutz. Nach meinem siebzehnten Geburtstag habe ich Post von einer zwielichtigen Vereinigung bekommen, die mir anbietet, Profi-Killerin zu werden.


Hallo Jochen.

Kim hier. Ich weiß, ich habe lang nichts mehr von mir hören lassen. Aber es ist verdammt wichtig.

Ich habe mich wohl mit den falschen Leuten angelegt. Keine Ahnung, was ich gemacht habe, jedenfalls kam gestern Post von einer Gruppe Bewaffneter, die wollen, dass wir uns treffen. Ich weiß nicht, woher sie wissen, wer ich bin und wo ich wohne, aber sie kennen meinen vollen Namen und mein Geburtsdatum, und ich schiebe hier langsam Panik.

Was wollen die von mir? Sie haben Waffen. Sie wollen mich in ein Kriegsgebiet schicken. Scheiße. Jochen, ich weiß nicht, was hier läuft. Warum tun sie das?

Vielleicht können Sie mir helfen. Ist Ihnen von ähnlichen Fällen bekannt? Oder haben die es nur auf mich abgesehen?

Einen Scan des Briefes habe ich angehängt. Bitte helfen Sie mir.

Kim

Beinahe befürchte ich, die Regierung hat den Bewaffneten meine Adresse verraten. Aber das würden die doch nicht wirklich tun, oder?

Beinahe befürchte ich, die Regierung hat den Bewaffneten meine Adresse verraten. Aber das würden die doch nicht wirklich tun, oder?

CDU will Krieg verbieten?

Veröffentlicht: 7. August 2014 in Echt jetzt?, Krieg & Frieden
Schlagwörter:, , ,
Höchster Kreisblatt 23. Juni 2014

Höchster Kreisblatt
23. Juni 2014

Oh. Junge Deutsche sollen nicht an bewaffneten Konflikten im Ausland teilnehmen? Das war mir neu.
Sicherlich ist es auch Frau von der Leyen neu, die mit einer Konjunkturspritze von insgesamt über 10 Milliarden Euro für die Bundeswehr winkt.

10 Milliarden Euro!
10.000.000.000 €
1.000.000.000.000 ct
Mehr als 114.155 Jahre (!) Arbeit, wenn man 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr durcharbeitet und dabei den von den Linken geforderten Mindestlohn bekommt.

Auf der Welt gibt es über sieben Milliarden Menschen. Das ist mehr als ein Euro pro Mensch. Für die Armee eines einzigen Landes. Und da soll noch mal eine CDU-Politikerin sagen, sie sei dagegen, dass junge Deutsche sich an bewaffneten Konflikten beteiligen!

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass zwischen „mit dem Ziel“ und „an bewaffneten Konflikten“ ein Komma fehlt.

Goldener Windbeutel für die Bundeswehr

Veröffentlicht: 30. Juli 2014 in Echt jetzt?, Krieg & Frieden
Schlagwörter:,

Der Goldene Windbeutel, der jährlich von der Organisation FoodWatch verliehen wird, ist ein Negativpreis für die verlogenste Produktwerbung, vor allem gegenüber Kindern und Jugendlichen. Actimel, Milchschnitte und Capri-Sonne waren schon unter den Preisträgern. Coole, vielversprechende Werbung, ungesunder Inhalt – das ist oft Standard in der Werbung, und das nicht nur bei Lebensmitteln.

Den Preisträger 2014 muss die Verbraucherumfrage noch bestimmen. Wie wäre es, wenn statt Nutella, Cola Light oder Activia dieses Jahr ein echter Werbepfuscherverein den Preis bekäme?

Den Goldenen Windbeutel 2014 verdient am meisten die deutsche Bundeswehr!

Soldat ist ein tödlicher Beruf. Nicht nur für denjenigen, der im Panzer sitzt, sondern auch für denjenigen, der aus Versehen vor den Panzer läuft. Dabei muss man sich doch fragen: sind die Zivilisten im Weg? Oder sind die Panzer im Weg?

Darüber, ob das Massensterben von Soldaten und Zivilisten notwendig ist, lässt sich sowieso streiten. Ganz klar sollte aber sein, dass für einen tödlichen Beruf, ob notwendig oder nicht, nicht auch noch mithilfe von Sommercamps geworben werden soll.

Man mag hier gegenhalten, dass die Bundeswehr ohne diese Veranstaltungen wohlmöglich keinen Nachwuchs finden würde. Junge Leute interessieren sich eben mehr für Sport und Flugzeuge als für zerfetzte Gliedmaßen und tote Zivilisten. Die gehören allerdings auch zur Bundeswehr – die, und nicht Sommercamps und Journalistenworkshops. Wenn sich niemand für die wahren Inhalte der Bundeswehr begeistert, bedeutet das dann nicht, dass die wahren Inhalte der Bundeswehr schlichtweg abstoßend sind?

Die Bundeswehr wirbt mit Sport, Action und dem Versprechen auf intellektuellen Austausch für Auslandseinsätze, die, ob notwendig oder nicht, sowohl die Mitglieder der Streitkräfte als auch tausende von Zivilisten täglich in Lebensgefahr bringen und viele von ihnen töten. Kein Wunder, dass es mittlerweile Schulen gibt, die sogenannte „Jungendoffiziere“ der Bundeswehr nicht mehr zu „Informationsveranstaltungen“ einladen und Werbematerial der „Young Leaders Presseakademie“ – mitgetragen von der Bundeswehr – nicht verteilen. Denn daraus, dass all diese Veranstaltungen zur Anwerbung von Nachwuchs dienen, macht die Bundeswehr selbst keinen Hehl. „Und das ist auch das Ziel des Sommercamps – Einblicke geben und Begeisterung für den Soldatenberuf wecken.“ So heißt es etwa auf der Jugendwebsite der Bundeswehr. „Ich kann mir schon vorstellen, später bei der Bundeswehr zu landen“ und „Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, später zur Bundeswehr zu gehen“ werden Vierzehn- und Fünfzehnjährige zitiert, die sich schon um den Finger haben wickeln lassen. Vielleicht winkt den beiden wirklich eine glorreiche Karriere. Vielleicht enden sie auch schon in ein paar Jahren als Kollateralschaden.

Von den Risiken des Soldatenberufs schreibt die Bundeswehr auf diesen Websites natürlich nichts. Die Karriereseite der Bundeswehr verspricht stattdessen das Blaue vom Himmel. Lesen Sie mal folgende Stellenanzeige: „Als […] erwarten Sie interessante und abwechslungsreiche Aufgaben mit hohen Anforderungen. Dafür bieten wir Ihnen Teamwork, berufliche Qualifizierung und ein attraktives Gehalt. Informieren Sie sich!“ Könnten Sie das einem Beruf zuordnen? Lehrer? Koch? Pilot vielleicht? Wer genau hinschaut, liest nur hohle Phrasen, die auch auf einer Capri-Sonne stehen könnten. Der Windbeutel wäre verdient.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man eine Eyeliner-Flatrate einführen müsste.

 

 

Mehr zum Thema (von linksjugend[‘solid])

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